Notes on Blindness: Mit dem Tablet oder Smartphone in die Virtual Reality

1983 verlor der Autor und Theologe John Hull sein Augenlicht.

Um diese einschneidende Veränderung in seinem Leben besser verarbeiten und annehmen zu können, führte Hull drei Jahre lang Audio-Tagebuch. Insgesamt sechzehn Stunden Tonbandaufzeichnungen legen in einmaliger Weise Zeugnis davon ab, wie sich der Verlust des Sehvermögens vollzieht und wie der Betroffene eine neue Welt „jenseits des Sichtbaren“ für sich entdeckt.

Der auf Basis dieser Aufnahmen entstandene Dokumentarfilm wird nun mit einer Virtual-Reality-App ergänzt. Anhand der Original-Aufzeichnungen von John Hull lässt die App den Nutzer in 6 Kapiteln immersiv (“Eintauchen” oder “Vertiefung in eine Sache”) an einer kognitiven und emotionellen Erfahrung der Blindheit teilhaben. Die technologischen Innovationen der virtuellen Realität und von Echtzeit-Videospielen machen dies auf beeindruckende Art und Weise möglich. Die Wahrnehmung in der realen Welt vermindert sich und der Betrachter identifiziert sich zunehmend mit der fiktiven Welt, er taucht sozusagen komplett in die Scheinwelt ein.

Die einzelnen Szenen beziehen sich auf Erzählmomente, eine Erinnerung oder einen Ort, die in John Hulls Audio-Tagebuch-Erzählung zu finden sind. Der immersive Eindruck in 3D-Echtzeit-Animation wird durch die räumliche Ton-Aufnahmetechnik noch vertieft.

Um in den vollen Genuss dieser Aufnahmetechnik zu kommen, sollte die App mit Kopfhörern genutzt werden. Dadurch lässt sich das Klangerlebnis in der räumlichen Atmosphäre erfahren.
Die App ist ein sehr schönes Beispiel, wie man in eine virtuelle Realität eintauchen und an den beschriebenen Erfahrungen teilhaben kann.

Bisher gab es eine App für die Gear VR in englischer Sprache, jetzt ist sie auch auf Deutsch und ebenso als Cardboard-Version für Android und iOS erhältlich.

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